Hurra, es ist ein …

Segelboot!

Am Montag, den 16.09.2013 war es endlich so weit. Auf der Rückreise von einem Geschäftstermin bin ich nach Engelskirchen zu Andreas gefahren, der mir sein Segelboot über Ebay verkauft hat. Ein Boot ohne Namen … Er hat es nie fertig gestellt und wohl über die Jahre die Lust verloren. Jetzt fährt er Motorboot.

Nach vielem hin und her, unterlegen einer Spundwand, damit uns die Plattform nicht einbricht, war der Hänger mit dem guten Stück erst mal frei. Wir haben es sozusagen, dem Garten „entrissen“.

der grünen Hölle entrissen
Die betagte Dame wurde der grünen Hölle entrissen

Dann ging’s erst mal zum TÜV, so war zumindest der Plan. Bis wir jedoch das gute Stück aus der Ecke im Garten draußen hatten, hat es schon ein wenig gedauert.

Erst musste ein „wenig“ Luft in die müden Reifen. Die Plane hat er natürlich behalten. Dann ging’s im Schneckentempo durch die Siedlung. Zum Glück war die Tankstelle nicht weit weg. Und bald war auch ein Druckluftschlauch organisiert, denn nach dem 12. mal nachfüllen des Druckbehälters war die schlappe Form der Reifen immer noch nicht verschwunden. Mit 5 Bar in allen vier Reifen trauten wir uns dann zum TÜV. Danke für den Schlauch, sonst säßen wir wohl noch dort.

Bei TÜV meinten die Kollegen dann, der ganze Aufbau sei ein wenig hoch. Also schnell das Maßband angelegt. „Oh, 4,10 m … Da kommt ihr weder bei uns in die Halle, noch unter den üblichen Brücken durch.

Also wurde schnell improvisiert. Der Mast schräg vom Vorschiff über das Deckshaus gelegt und fest gelascht. Die TÜV Abnahme war dann nur noch eine Formalität.

Jetzt setzten wir noch schnell den Vertrag auf und ich konnte die Reise durch die Nacht antreten.

Die alte Dame wirkt noch etwas mitgenommen.
Die alte Dame wirkt noch etwas mitgenommen.

In der Nacht hab ich dann gebeichtet. Meine Frau, war natürlich über mein plötzliches Erscheinen erst einmal freudig überrascht, allerdings sagte ich Ihr dann, ich hätte mein verfrühtes Geburtstagsgeschenk dabei. Der Glanz in ihren Augen veränderte sich plötzlich in ein undefinierbares funkeln und das Lächeln verschwand ganz langsam.

Puh … das war wohl nicht ganz so, wie ich mir den Empfang gedacht habe. Bei Frühstück hat sie allerdings ganz normal mit mir gesprochen. Aha, …

Am anderen Morgen sah mein Beutestück noch etwas schmuddelig aus.
Der Dreck hat sich wie ein Menetekel in Form des alten Namenszuges am Heck abgelagert.

Wer kennt dieses Boot?
Wer kennt dieses Boot?

Das ist der ausgebaute Ruggerini Einzylinder Diesel RM 90. zumindest lese ich das vom Typenschild ab. Die gesamte Dokumentation ist aber dabei …

Das ausgebaute Herz der Dame
Das ausgebaute Herz der Dame

RM 90 Typenschild

Heute hab ich dann erst mal das Wasser aus dem Boot geschöpft. Wir hatten eine Unwetterwarnung und erhebliche Niederschläge sowie Wind in Sturmstärke.

Am Schluss hab ich dem Bötchen dann eine Handwäsche gegönnt. Und das Ergebnis kann sich sehen lassen. Meint Ihr nicht auch?

Die Dame ganz in Weiss, aber ohne Blumenstrauß
Die Dame ganz in Weiss, aber ohne Blumenstrauß

Außerdem hab ich das Glück, dass bei Freunden eine Scheune mit ausreichender Höhe für das Winterlager zur Verfügung steht. (Vielen Dank Hubert und Sieglinde!)

Der sichere Hafen
Der sichere Hafen

So konnte ich das gute Stück dann heute in einen „sicheren Hafen“ legen. Am Abend haben wir dann noch den Mast vom Boot gehoben und unter die Balkendecke gehängt.

Mann bin ich froh, dass alles so geklappt hat. Das Boot sieht sehr gut aus. Klar muss jetzt einiges gemacht werden, aber nach der Handwäsche vom Käpt’n strahlte die Lady schon richtig.

Ich werde natürlich weiter berichten!

Euer Segelmichel

Handbreit!

Black Tot Day

Es ist immer schade, wenn mit langjährigen Traditionen gebrochen wird. Füher war es immer ein Problem Wasser über längere Zeit genießbar an Bord aufzubewahren. Auch an Land war Wasser meist von minderer Qualität, dass die Bevölkerung lieber Most oder Wein als Wasser konsumiert hat. Sobald etwas Alkohol die Keime abgetötet hat, wurde man auch selbst nicht krank. Warum also nicht?

http://www.yacht.de/panorama/news/der-tag-an-dem-die-navy-trockenfiel/a81957.html 

Bei der Royal Navy wurde erst in den 70´er Jahren mit dieser Tradition gebrochen. Aber wir halten lieber noch eine Weile daran fest. Nicht nur der Satz: lieber ein schlechter Segeltag, als ein guter Bürotag … sondern auch die Frage;

Warum Wasser trinken, solange noch Bier und Wein da ist?

… hat eine gewisse zwingende Logik.

Die lange Suche nach einem geeigneten Boot

Seit Wochen bin ich wieder regelmäßig auf ebay und bei Boat24.com und auch anderen Boots-Marktplätzen unterwegs. Irgend wann, so denke ich, brauche ich einfach ein eigenes Boot. Jetzt habe ich mal wieder ein kleineres und auch älteres Boot ins Auge gefasst. Wie sollte das Boot sein?

Nun als erstes sollte es trailerbar sein. Dann kann man „mal“ andere und auch fremde Gewässer erkunden. Und das Winterlager wäre dann bei mir daheim unter der Plane.
Das Attribut „trailerbar“ schränkt natürlich die in Frage kommenden Boote erheblich ein. Ebenso bin ich natürlich vom Budget her limitiert.
Trotzdem will ich auch mal mindestens mit 2-3 Personen auf dem Boot nächtigen, also müssen Kojen sein. Für den Fall, dass meine liebe Frau mal mit mir segeln will, brauche ich sicherlich ein WC. Ein Portapotti sollte reichen.
Das wären also die Minimal-Kriterien für eine Suche!
Meistens werde ich wohl in der Nähe von Marinas sein, deswegen kann ich auf die Nasszelle sicherlich verzichten. Selbst im Schärengarten war immer irgendwo ein WC in der Nähe. Also kann das Boot ruhig etwas einfacher ausgestattet sein. Man muss allerdings mit vier Personen bequem unter Deck oder auch an Deck sitzen und feiern können.