Single-Malt Whisky Törn

Am Sonntag, den 27.08. ging’s mit Ryanair nach Dublin. Treff auf der Lilly of Humble in der Dun Laoghaire Marina. Der Bus brachte uns bis zur Marina. Super komfortabel… aber befremdlich. Man fährt links und zahlt mit Euro.

Ich hatte mich bereits am Airport mit Thorsten getroffen, einem der Mitsegler. Joachim, Hildegard und Martin waren bereits an Bord. Das gemeinsame Abendessen, dass unser Koch Martin, ein „kampferprobter“ Caterer, gezaubert hatte, war ein gelungener Einstieg. Champion-Risotto verfeinert mit Jameson Irish Whisky und gebratene Hühnerbrust auf gegrillten Auberginenscheiben. Bernd und Christine trafen dann gegen 23:00 auch ein und für die beiden hatte Martin natürlich eine Portion zurück behalten.

Am Montag um 12:00 nach Frühstück, Dusche und Klar-Schiff legten wir ab. Geplant war ein Schlag von Dublin bis Port Ellen auf Islay. Am Dienstag am späten Nachmittag, nach 28h Segelzeit und 162 sm kamen wir an. Unterwegs gab es Schauer, Wellen bis 5 m, viel Traffic, der Dank Radar und AIS sicher umfahren wurde.

Wir traten in 2er Wachen, also 2 h Segeln und dann 4 h frei, an. Am Dienstag kamen wir dann bei blauem Himmel und Sonnenschein in Port Ellen an. Erstaunlich wir schnell man sich an diese Routine gewöhnen kann. Besonders schön war das Steuern unter dem Sternenhimmel. Der Kurs war direkt großer Wagen, der gut sichtbar am Firmament stand.

Kein schlechter Anfang, Tide, Nachtfahrt und gleich über 160 sm.

Schärengarten, die Zweite

Alles ändert sich, alles …

oder so vertraut und doch so fremd. Mein zweiter Besuch im Stockholmer Schärengarten war wie erwartet wieder sehr schön. Die Landschaft, die Menschen und die langen Tage taten ihr übriges. Mittsommer hatten wir zwar noch nicht, aber es blieb doch mehr als eine Stunde länger hell, als bei uns daheim.

Beim letzten Besuch war ich mir Alex abwechselnd als Skipper of the Day im Einsatz. Dieses mal war ich für Boot und Crew verantwortlich. Und das 7 x 24 h. Das habe ich hinterher deutlich gespürt. Die Navigation habe ich an meine Mitsegler delegiert. Ebenso habe ich außer beim An- und Ablegen kaum gesteuert. Aber aufmerksam musste ich immer sein. Wäre ich „nur“ mit Familie unterwegs gewesen, dann hätte es sich sicher auch anders angefühlt. Aber es waren zwei weitere Paare an Bord und damit war ich für fünf weitere Verantwortlich. Und diese Verantwortung fühlt sich wirklich anders an. Sei es beim Einkaufen, beim Kochen, bei guten und auch bei regnerischem Wetter. Morgens der Erste und abends der Letzte …

Zum Glück brauche ich nicht so viel Schlaf, aber am Ende der Woche habe ich es dann doch gemerkt. Was wirklich toll war, ich kannte alle Häfen und Fahrwasser noch. Die grobe Orientierung hat wirklich gut funktioniert und im Zeitalter von Smartphone und Tablet hat man immer einen sehr komfortablen Plotter am Start und kann um Zweifelsfall nachsehen wo man sich wirklich befindet.

Die Schärennavigation, besonders die papierbasierte ist aufwändig und anspruchsvoll. Aber diese Lektion war für meine Mitsegler genau die richtige. Ebenso, die Kräfte, die auf ein großes Schiff wirken. Wir hatten jeden Tag sehr kräftigen Wind. Einmal sagte der Windfinder sogar Sturm voraus, der gottseidank nicht eingetroffen ist. Leider hat sich der Regen auch an den Wetterbericht gehalten. Die anfänglich hohen Temperaturen sanken in den Außenschären dann auf 8° C. Das war besonders für Sylvia und die anderen Damen an Bord nicht sehr angenehm. Wir sind dann einfach nach Stockholm geflüchtet, in den Wasa-Hafen und haben einen Tag Stockholm „erwandert“. Eine sehr schöne Stadt mit vielen Sehenswürdigkeiten. Brunch in den Salu-Hallen und Kaffee mit den Nobelpreisträgern im Rathaus und später auch wieder Sonnenschein. Ich glaube es hätte was gefehlt, wenn wir nicht kurz in der Stadt gewesen wären. Und dann, war der Regen „abgewettert“. Die restlichen Tage waren windig und schön.

Die anderen beiden Boote haben sich vom Wetter nicht beirren lassen und sind später nur kurz durch Stockholm gesegelt. Aber die meisten hatten noch ein paar Tage nach dem Törn für Stockholm eingeplant. Das hatten wir leider nicht gemacht. Man lernt ja nie aus …

Aber mit Stockholm, Vaxholm und Sandham sind alle richtig in die Schärenwelt eingetaucht.

Die Crew hat jedenfalls so gut harmoniert, dass ich mir sofort wieder einen Törn mit allen vorstellen könnte. Die eine Woche ist für den Schärengarten einfach zu wenig. Ein Regentag verkürzt den Genuss für die Mitsegler schon sehr, besonders wenn man defacto nur fünf echte Segeltage hat. Die An und Abreise fällt immer weg.

Hier noch ein paar Eindrücke und wie immer

Handbreit,
Euer Segelmichel

Die Vorbereitungen laufen wieder ….

Werner hat uns alle in die Räume der Segelschule nach Lochau eingeladen. Am Freitag um 17:30 in die alte Fähre. Und es waren auch fast alle da. Meine Frau Sylvia konnte leider nicht teilnehmen, sie hatte sich vorher schon für 35 Jahre Abitur angemeldet. Auch ein Treffen, bei dem sie, wie sie dann berichtete Segler getroffen und sich gut unterhalten hat.

Wie ich zu diesem Törn gekommen bin, ist auch lustig. Bei einem Treffen mit Johannes, sagte er beiläufig „Du, ich habe mich für einen Törn in Schweden angemeldet. Und Rafi (Rafael) ist der Skipper. Vielleicht ist ja noch ein Platz für dich.“ Ich hab dann versuch Rafi per WhatsApp zu erreichen, der sagte mir dann auch gleich wegen einem bereits ausgebuchten Boot ab. Es wurden bereits zwei Boote, eines von Werner Sporer und eines von ihm, Rafael Fuchs, geskippert.

Schade, dachte ich. Insgeheim wollte ich doch meiner Frau endlich den Schärengarten und auch Stockholm zeigen. Vor zehn Jahren war ich bereits einmal dort und hatte den wohl besten und intensivsten Segeltörn erlebt. Gleichzeitig zum Besuch vor Ort las ich damals die Bücher von Stieg Larsson. Die Handlung dieser packenden und spannenden Geschichte spielte genau in der Gegend. Ob nun nach den vielen Jahren, die Erinnerung bereits verklärt ist? Immer wieder wenn magische Namen wie z.B. Sandham im Fernsehen oder Filmen zu hören sind, werden meine Erinnerungen an diesen Törn wachgerufen.

Jedenfalls ist mir alles, oder vieles noch im Gedächtnis und andere unbedeutende Törns habe ich mehr oder weniger auf einzelne Episoden verkürzt oder sogar verdrängt. (Aber hier in meinem Blog kann ich die Erinnerungen immer wieder auffrischen).

Nun werde ich also zum Wiederholungstäter… und wie ging das? Nach der Absage hatte ich den Törn „abgeschrieben“ und verdrängt. Andere Planungen waren bereits entstandenen. Da rief Florian, Werners Sohn und nun Leiter der Segelschule an. „Was machst du eigentlich vom 27. Mai bis 03. Juni?“ Ich musste grinsen und sagte: „Da habt Ihr doch Euren Schwedentörn ….“ Florian meinte: „Ja, der Vater …, und es sind so viele Anfragen, dass wir jetzt noch ein weiteres Boot chartern können“.

Dass ich zugesagt habe und meine Frau auch gleich auf den Törn gebucht habe, brauche ich wohl kaum zu erwähnen. Jedenfalls saßen wir am vergangenen Freitagabend, mit einem Freigetränk bewaffnet bei Werner in der alten Fähre und gingen minutiös den Törnplanung durch. Nach kurzer Vorstellung der Anwesenden, Verteilung der Unterlagen und Beantwortung aller Fragen, bleiben jetzt noch ein paar Kleinigkeiten bezüglich der Anreise zum Flughafen mit den anderen Anreisenden abzustimmen, aber im Prinzip kann es los gehen. Ich freue mich jedenfalls schon riesig, habe meine alten Bilder vom Schärengarten angesehen, die angelaufenen Häfen in der neuen Navi-Software gesucht und mich wieder intensiv mit dem Törnführer beschäftigt.

Stockholm und Schären, wir kommen ….

Ahoi,
Euer Segelmichel

Der Segelsommer geht zu Ende

Die herbstliche Melancholie tritt raumgreifend in den Mittelpunkt. Blätter färben sich in den schönsten und wärmsten Farbtönen um dann schließlich doch zu Boden zu fallen. Zähe Morgennebel halten sich manchmal bis Mittags oder bleiben bleiern als Hochnebel über der Landschaft liegen und lassen Sonne und Himmel nur erahnen. Er ist da, der Herbst. Im Hafen wird ein Boot nach dem anderen aus dem Wasser geholt und in ein kuscheliges Winterlager verbracht. Freie Liegeplätze gibt es jetzt im Überfluss.

Aber Old Lady darf noch ein wenig im Wasser bleiben. Ich hoffe noch auf ein paar schöne Ausfahrten. Zugegeben, die beginnen eher spät, sobald sich der Nebel lichtet, aber die Stimmungen auf dem Wasser sind dafür unbeschreiblich. Ebenso hoffe ich auf ein paar kräftige Herbstwinde, die das Segeln noch einmal so richtig schön werden lassen. EIn paar mal hat es auch geklappt, sowohl mit dem erwünschten kräftigeren Wind, als auch mit goldenen, herbstlichen Sonnenuntergängen.

Die eingefangenen Eindrücke spiegeln es ein wenig wieder. Aber bald wird es wohl auch bei uns so weit sein, Mastlegen, Boot kranen und dann ins Winterlager. Genau das ist bei mir die Ursache für den Blues … Es ist einfach so endgültig.

Aber, um es mit Digger-Hamburg, alias Stephan Boden zu sagen, es sind nur noch … Tage bis Frühlingsanfang.

Ahoi und Handbreit,

Euer Segelmichel

Kurzes Update

Nachdem mein Kollege sein Boot nicht zur Abnahme vorstellen konnte, war mein Gastspiel in Lindau schneller beendet, als angenommen. Nach einer guten Woche konnte ich die Old Lady also wieder nach Gohren verholen. Die Anfahrt erfolgte mit der Bahn. Ich hatte in Lochau ein Skippertraining abzuhalten, dass nur bis 13:00 geplant war. Danach ging´s ab Lochau mit der Bahn bis nach Lindau. Das ist genau eine Station weiter …

Irgend wie eine coole Sache, mit der Bahn zum Boot. Die Old Lady fand ich an gewohnter Stelle. Allerdings gab es eine kleine Beschädigung am Boot. Ohne Ruckdämpfer sind die Belastungen für die Klampen und Lippen ganz erheblich. Ich wollte die Festmacher nicht zu locker hängen lassen, deshalb gab es bei jeder größeren Welle einen ordentlichen Ruck. Die Klüse, bzw. der Beschlag mit den Lippen, durch den der Festmacher geführt wird, ist auf eine kleine Erhöhung geschraubt. Und dieses kleine Stück Holz ist mit Sikkaflex aufgeklebt und zum Deck hin abgedichtet. Da es teilweise sehr windig, fast schon stürmisch war, und der Schwell, der vorbeifahrenden Kursschiffe im Lindauer Hafen sein übriges tat, ist es also nicht verwunderlich, dass irgend etwas auf Dauer der Belastung nicht standgehalten hat.

Eine der Schrauben war gebrochen und die andere ziemlich verbogen. Ich konnte die Schraube herausdrehen und den Beschlag entfernen. Das war also nicht so schön. Später sollte sich herausstellen, dass die abgebrochene Schraube nicht zu entfernen war, ohne den ganzen Bugkorb zu lösen.

Aber was soll´s, da müssen wir eben durch oder anderweitig Improvisieren. Dazu später mehr ..

Handbreit, Euer Segelmichel

Dem Löwen den Rücken kraulen oder Old Lady hat verholt

Mein Kollege hatte es bereits angedeutet, er braucht seinen Platz in Gohren. Das bedeutete kurzfristig einen neuen Liegeplatz zu finden. Die erste Wahl war Lochau, denn da bin ich „Job-bedingt“ öfters. Aber leider hat das noch nicht geklappt. Dank Florian von Sporer-Yachting bin ich jetzt aber an einem ganz besonderen Ort gelandet. Er hat mir den Kontakt zum Lindauer Hafenmeister hergestellt.

Die Jungs: Andy, George, unser Austauschschüler und Stefan waren mit von der Partie. Leider ging es wegen dem Schlafdefizit der Jungs erst gegen Mittag an den See. Sylvi brachte uns nach Kressbronn und nutzte auf dem Rückweg die günstigeren Benzinpreise in Österreich.

Unser Ziel war Lindau. Der Platz für die Old Lady war noch nicht frei, aber das andere Boot wird wohl auch noch in Kürze verholt werden. Dann liegt sie wieder an einem schönen Schwimmsteg. Ein leichter Wind führte uns Raumschots oder auch im Butterfly gen Lindau.

Die Temperaturen verlangten aber einen intensiven Badestopp. Nach ging es weiter. Dem Umstand geschuldet, dass Andy wieder nach München musste und George natürlich Frankreich im EM-Endspiel verlieren sehen wollte, warfen wir bei Zeiten den Motor an.

Besondere Aufmerksamkeit gilt in Lindau den Kursschiffen der Bodensee-Schiffahrts-Betriebe, eben die weisse Flotte. Und flott kommen sie auch immer aus dem Hafen geschossen, bzw. hinein. In einer Lücke schlüpften wir hinein und machten in einer „fremden“ Box fest. Dabei hatte ich ganz vergessen, dass vorab zu besprechen. Natürlich waren Festmacher und Fender vorbereitet, aber so ganz ohne Instruktionen ging es dann nicht. Da wenig Wind war, hielt uns Stefan mit dem Festmacher am Steg und Andy und ich angelten die Tippleinen und belegten die hinteren Festmacher an den Dalben.

Das beste an diesem Hafen ist allerdings die Verkehrsanbindung. Von Wangen nach Lindau, bzw. von Lindau nach Wangen fährt regelmäßig ein Zug. Die paar Schritte vom Bahnhof zum Steg sind kürzer als sonst vom Parkplatz zum Boot. Ein ganz neues Segelgefühl …

Aber davon später mehr!

Ahoi,
Euer Segelmichel

 

Mal wieder was ganz anderes oder ein Nachtrag

Aus irgend einem Grund scheint es mich besonders im Frühjahr hinaus zu treiben. Genau in der selben Woche habe ich vor einigen Jahren auch die SKS-Prüfung abgelegt. Dieses mal soll es der SSS werden. Mit Florian Sporer und der ganzen Mannschaft ging es nach Portoroz. Von dort aus mit einer Dufour 44 (Jonathan Pink) weiter die istrische Küste entlang. Jetzt im Frühjahr sind nicht so viele Italiener und Österreicher da, wie vergleichsweise zur Saison. Aber an den Flaggen der im Hafen liegenden Boote sieht man, wo z.B. Graz seinen Mittelmeerhafen hat.

Die Übungen waren gut und wichtig. Besonders das intensive Radartraining hat uns Prüflinge sehr gepackt. Am Anfang sieht man einfach nur „einen Topfen“ oder bunte Flecken. Später, mit etwas Übung tun sich dann plötzlich Buchten oder Hafeneinfahrten auf. Man sieht Boote auf einen zukommen oder vorbei fahren. Ebenso wie vieles eine Frage der Übung. Aber nur unter Radar im Nebel, da würde ich vermutlich lieber das Kartenbild überlagern. Das ist wirklich schwierig.

Besonders herausfordernd war die Anlegeübung. Man beachte das auf den Ballfender aufgeklebte rohe Ei. Ziel war es die Tonne zu berühren oder eben fast zu berühren und das Ei sollte ganz bleiben. Mit viel Einsatz und großem Spaß haben sich hier alle ins Zeug gelegt.

Am Ende der Woche konnten wir auf neue gelernte Rettungsmanöver, einige Seemeilen und wieder ordentlich Praxis zurück blicken. Kein Wunder, dass am Ende die Prüflinge (Rafael, Richard und Michael) auch glücklich über die bestandene Praxisprüfung sein konnten.

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Wäre die nicht gewesen und hätten wir nicht ganz so viel Trainiert, dann hätte man fast glauben können, wir waren im Urlaub.

Drei Prüflinge, drei Mitfahrer als Crew sowie Ludwig und Florian.
Die Mannschaft mit Ludwig (der kleine Dicke im Vordergrund)

Handbreit, Euer Segelmichel

Der Mast steht, der Frühling geht

Am Freitag haben Andy und ich den Mast gestellt. Es war ein wenig langwierig, denn beim Sortieren und Vorbereiten hatten wir noch keine Erfahrungswerte. Im Zeitraffer sieht es ganz in Ordnung aus. Aber ich denke, mit der Übung kommt auch mehr Geschwindigkeit.

Nach unserer ersten Proberunde unter Motor haben wir uns dann schon fast wie echte Seenotretter gefühlt. Denn ein Segelboot war beim Versuch in den Hafen zurück zu kehren mit Motorausfall vor der Einfahrt „liegen“ geblieben. Die beiden versuchten zwar mit Paddelunterstützung und mit Ruderschlägen vorwärts zu kommen, aber Andy stoppte neben den beiden auf, ich nahm eine Leine über und wir schleppten die beiden Unglücksraben bis vor den Steg 8, der fast bei uns am Ende des Hafens lag. Da hätten die beiden noch eine ganze Weile gepaddelt. Aber unter Seglern hilft man sich einfach. Obwohl einige bereits an dem Boot vorbei gefahren sind ohne zu fragen ob sie Unterstützung brauchen.

Der Frühling zieht nun mit Macht im Süden ein. Die Bäume blühen und die Sonne hat schon wieder richtig Kraft. Nur schade, dass zum 01. Mai eher mit Regen und Kälte zu rechnen ist.

Handbreit,

Euer Segelmichel

Und Heim am Stück

Am Montag Morgen war natürlich wieder der übliche Bodenseenebel über dem See. Im Hinterland wurde es heller aber die Sonne schaffte es lange nicht den Nebel weg zu heizen. Aber mit einigen Thermoskannen voller Tee, dem einen oder anderen Stückchen Stollen oder Lebkuchen, schafften wir dann den Heimweg von gut 14 sm in vier und einer Dreiviertelstunde.

Wie man unschwer auf dem Plot erkennen kann, ging es unspektakulär fast immer auch einem Bug in Richtung Heimat.

Als wir dann gegen 14:00 wieder in Gohren fest machten, kam natürlich bereits die Sonne zum Vorschein. Wir saßen noch eine ganze Weile in Cockpit und saugten die Wärme auf. Sylvia wolle auf jeden Fall noch bei Tageslicht das Boot abdecken. Und so glaube ich, hat sie sich wieder auf eine etwas wärmere Umgebung gefreut.

Jedenfalls waren es sehr angenehme drei Tage. In der Hoffnung, dass wir noch ein paar Segeltage nutzen können, bevor die Old Lady ins Winterlager überführt wird. Aber das ist eine andere Geschichte.

Handbreit, Euer Segelmichel

Zum Waschplätzle

Wie ging es dann am folgenden Tag, dem 01. November weiter? Nach einem kleine Frühstück machten wir uns auf den Weg nach Meersburg. Dieser Tag sollte nun endlich auch ein echter Segeltag werden. Um 9.00, früher haben wir uns nicht in den Nebel hinaus gewagt, wurde es ein wenig heller und wir fuhren aus der friedrichshafner Bucht in Richtung Seemitte um dann möglichst auf einem Bug bis nach Meersburg zu kommen. Die Windrichtung, ein leichter Nord-Ost sollte es ermöglichen den Rest des Tages mit halbem Wind bis nach Meersburg zu kommen. Aber wie so oft, um die Mittagszeit schlief der Wind dann ein. Also Motor an, wir wollten ja nicht erst mitten in der Nacht in den Hafen kommen.In den folgenden fünfeinhalb Stunden schafften wir immerhin fast 12 sm. Allerdings einigendste dem Diesel und nicht wie gehofft mit dem Wind von der Seite. Aber um halb Drei liefen wir dann in einen Menschen- und auch Bootsleeren Hafen ein. Das Waschplätzle in Meersburg. Nah bei der Stadt und direkt neben der Therme. Wir tankten erst mal die Sonnenstrahlen und genossen die plötzliche Wärme.

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Der Hafenmeister hatte sich bereits mit besten Wünschen für das neue  Jahr und Weihnchtsgrüssen abgemeldet. Also waren auch hier die sanitären Einrichtungen im Winterschlaf. Die Therme Meersburg sollte für uns die Station zur Körperpflege werden. Zwei Stunden im wirklich angenehm warmen Badewasser, mir Massagedüsen und Blubberbecken, danach waren wir wieder richtig hergestellt.

 

 

Mit dem letzten Licht des Tages machten wir uns dann in die kleine aber feine Altstadt. Ein nettes Lokal war schnell gefunden und mit Pizza und Fischteller und Meersburger Wein ließen wir den Abend ausklingen.