Auf zu neuen Ufern

Der IBS für die Old Lady ist ein weiterer Schritt in Richtung auf neue Ufer. Klingt gut und ist auch so gemeint.

Was mag das neue Jahr wohl bringen? Nun, zu aller erst einmal wieder viel Arbeit. Wir machen die Old Lady fit für größere Vorhaben. Seit heute halte ich den offiziellen „Internationalen Bootsschein“ in Händen. Sozusagen, die Eintrittskarte ins See-Segeln. Und mit See ist nicht unser Alpenmeer gemeint, dass in den letzten Tagen recht aufgewühlt daher kam. Für Sommergäste und Fremde präsentiert er (der Bodensee) sich meist recht harmlos. Aber je nach Windrichtung und Wetterlage kann es auch hier alles andere als friedlich sein.

Es soll also irgend wann in unbestimmter Zeit einmal ins Salzwasser gehen, mir der Old Lady. Und auf dem Weg dort hin, sind einige Hürden zu nehmen. Rein formal darf ein Sportboot von weniger als 12m Länge nicht ohne Kennzeichen auf Binnen- und Seewasserstrassen unterwegs sein. Über 12m wären meine Optionen sehr klar, die Old Lady müsste ein Flaggenzertifikat des BSH oder einen Eintrag in ein Schiffsregister haben. Damit bekommt sie dann einen neuen Heimathafen, nämlich den des Ortes des Schiffsregisters oder eben eines anderen von See zugänglichen Hafens um das Flaggenzertifikat beantragen zu können.

Nach langem hin und her, und da man nicht auf Clubnamen (z.B. CKA Hamburg) registrieren darf, habe ich mich für den IBS entschieden. Der gilt in der Regel als Eigentumsnachweis und ich musste nicht auf juristischen Gründen nach Hamburg, Bremen oder sonst wohin verholen, wo ich dann doch nie sein werde.

Aber die nächste Frage ist dann: bei wem registriert „Mann“ sein Boot für den Internationalen Bootsschein?

In Deutschland gibt es hier gleich drei Registrare: Nämlich den DSV, den DYV und den ADAC. Auch wenn der ADAC auf der Straße viel gutes tut, kommt es mir irgendwie unseemännisch vor, das Boot beim ADAC zu registrieren. Auch wenn man als Mitglied noch ein wenig Rabatt bekommt.

Als Motoryacht würde ich die Old Lady nun auch gerade nicht einstufen. Selbstverständlich kann man Motor- und Segelyachten bei jedem registrieren, aber irgend wir kommt mir das auch komisch vor.

Deswegen ist es dann der DSV geworden. Schließlich bin ich ja bereits Mitglied im Club der Kreuzerabteilung des DSV. Und nun soll bald ein weiteres und neues Kennzeichen am Rumpf der Old Lady prangen. Entweder auf beiden Seiten des Rumpfes am Bug, oder am Heck. Jeweils mit mindestens 10 cm hohen dunklen Buchstaben auf hellem Grund, oder mit hellen Buchstaben auf dunklem Grund. Die Nummer ist sechsstellig und hat hinten einen Buchstaben. In meinem Fall ein „S“ für den Seglerverband oder ein „M“ für den Motoryacht Verband oder ein „A“ für den ADAC.

So viel zu den Neuigkeiten rund um die Old Lady, die aktuell wieder eine kleine Frühlings-Schönheitskur macht.

Wie wird das Wetter? (Teil 2)

Im ersten Teil habe ich euch die Seiten und Dienste des DWD etwas näher gebracht. Im nun folgenden zweiten Teil zeige ich euch ein schier unerschöpfliches Archiv von Wetterkarten und Darstellungen, die praktisch und wie üblich kostenlos sind.

Heute geht es um das Wetter3.de Archiv. Die Seite wird von zwei Dipl.-Meteorologen, Rainer Behrendt und Dr. Holger Mahlke betrieben. Mehr dazu findet ihr natürlich im Impressum der Seite. Neben dem sehr umfangreichen Wetterkartenarchiv, dass wirklich sehr weit zurück geht, wird in einem gelungenen Tutorial ein Überblick gegeben und auf weitere wertvolle Beiträge verwiesen. Natürlich gibt es auch eine aktuelle Vorhersage und eine Linksammlung.

Nun aber zu meinen oft genutzten Wetterkarten. Beim Törn versucht jeder über Wetterfax oder über andere Quellen an eine großräumige Übersicht zu kommen um das gesamte Wettergeschehen überblicken zu können. Ich beginne meist lange vor dem Törn mit dem Blick auf diese Karten um mich auf die Zuggeschwindigkeit und die gesamte Wetterlage schon ein wenig „eingrooven“ zu können.

Überblick über die Wetterkarten bei Wetter3.de

Angefangen hat es bei mir, während einem Wetterseminar zur Vorbereitung auf den SSS. Das wirklich sehr zu empfehlende Seminar, dass über die Kreuzerabteilung des DSV angeboten wurde und noch immer wird, fand damals in Hamburg in den Räumen des Seewetteramtes Hamburg, einer Außenstelle des DWD statt. Der damalige Leiter des Seewetteramtes und auch Seminarleiter, nutzte immer wieder diese Seite um besondere Wetterlagen oder auch Fehleinschätzungen zu illustrieren. Wie Kaninchen aus dem Zylinder zauberte er immer wieder eine neue Wetterkarte.

Und dann der besondere Clou, man kann alle Karten wie einen Film nacheinander durchlaufen lassen. In der Zeit kann man bis Dezember 2013 zurück springen und auch mal interessehalber nochmals „nacherleben“ was auf einem der vergangenen Törns eigentlich los war.

DWD-Analysearchiv

Das ist die allseits bekannte „schwarz-weiss“ Ausgabe die man auch als Wetterfax empfangen kann. Nur hier und auch auf einem Tablet oder Smartphone ist der Zugriff so schön einfach. Zugegeben, man muss ein bisschen genauer hinschauen, da die Konturen der Länder einem nicht gerade ins Auge springen. Aber es geht ja um die Fronten und die Lager der Wettersysteme. Schön finde ich den Überblick, denn Ostatlantik, Nord- und Ostsee und das gesamte Mittelmeer sind zu sehen. Was braucht also unser Seglerherz mehr?

Versucht es mal und lasst es mich in den Kommentaren wissen. Welche Darstellungen gefallen euch oder helfen euch am besten? Neben den Faxkarten und den Bodendruckanalysen vom DWD habt ich auch Zugriff auf das UKMET Analyse-Archiv und viele weitere Tools.

In diesem Sinne, Handbreit …
Euer Segelmichel

Und wie wird das Wetter?

Woher bekommen wir „gutes Wetter“? Hier eine kaum beachtete, aber extrem hilfreiche Darstellung, die kaum einer kennt.

Jeder Segler bereitet sich so gut es geht auf seinen Törn vor. Dazu gehört auch ein guter Überblick über die Wetterlage und die Entwicklung der folgenden Tage.

Bei der Ausbildung lernen wir, egal ob SBF-See, SKS oder SSS, wo wir Wetterberichte herbekommen. Da ich mich nun schon länger damit beschäftige und einige für mich sehr hilfreiche Quellen und Inhalte gefunden habe, möchte ich ein wenig darüber schreiben.

Neben den vielen Helferlein auf den Smartphones gibt es den „guten, alten DWD“. Die Zentrale des Deutschen Wetter Dienstes ist bekanntlich im hessischen Offenbachbeheimatet, aber das ehemalige Seewetteramt in Hamburg gehört auch zum DWD. Dort wird also unser Seewetter gemacht. Viele Dienste, wie z.B. das Wetterfax, NAVTEX, die Seewetterberichte und vieles mehr, werden dort aktuell aufbereitet und über die verschiedenen Kanäle verteilt.

Wir Segler gehören zu den Fachnutzern. Etwas unscheinbar, in der rechten oberen Ecke gibt es diesen Begriff.

Klickt man dort drauf öffnet sich ein Menü und weiter unten erscheint eine eigene Seite nur für uns Segler (und natürlich die kommerzielle Schifffahrt).

Unter Seewetter aktuell, Nord und Ostsee tut sich ein wahrer Segen an Informationen auf. Etwas weiter unten möchte ich besonders auf eine Darstellung eingehen, die Seegangsvorhersage.

Hier wird über die in weiss gehaltene Landkarte die Isobarendarstellung gelegt. Die Windrichtung und Geschwindigkeit kann man an den Windpfeilen erkennen. Dies ist nicht der Bodendruck, sondern die Darstellung in 10m Höhe. Also genau der der Wind, der auf unsere Segel wirkt. Dann sind etwas unscheinbar rote Pfeile dargestellt. Dies symbolisiert den Schwell, also die vorausberechnete Richtung des Seegangs. Und nun der Clou, die vorausberechnete signifikante Wellenhöhe ist über die Farbskala ablesbar.

Seegangsvorhersage

Bei diesem Sturm über dem Ostatlantik sieht man Wellenhöhen von 14-30m. Das nenne ich echtes „Schietwetter“.

Diese Darstellung gibt es für den aktuellen Tag und verschiedene Seegebiete und jeweils in 24h, 48h oder 72h (als die nächsten drei Tage). Da das ganze am Smartphone, am Tablet oder am PC über den Browser abrufbar ist, sollte wirklich jeder in der Lage sein diese kostenlosen Informationen abzurufen. Auch mit einer Datenflatrate im europäischen Ausland sollte es kein wirkliches Hindernis geben.

Wir sind ja meistens oder immer wieder in Küstennähe und haben gute Mobilfunkabdeckung. Wenn wir auf längeren Passagen unterwegs sind, sieht die Sache etwas anders aus, aber dazu werde ich einen eigenen Blogartikel schreiben.

In diesem Sinne,
Handbreit, Euer Segelmichel ….

Alles nur ge-cloud

oder wie ist das mit den Gezeiten? Ich will hier an dieser Stelle auch gerne über Grundsätzliches und Wissenswertes berichten. Heute möchte ich euch auf einen tollen Animationsfilm hinweisen, der sehr anschaulich die Entstehung der Gezeiten erklärt. Die Bundesanstalt für Wasserwesen (BAW) hat diesen Film auf YouTube veröffentlicht. Geklaut habe ich ihn natürlich nicht, denn er wurde ja vom BAW auf YouTube veröffentlicht. Auch auf den Seiten der Bundesanstalt gibt es für uns Segler immer wieder etwas neues und wissenswertes. Heute soll es eben mal um Gezeiten gehen.

Quelle: BAW

Ich bin auf diesen Film bei Sönke Roevers Blauwasser.de gestoßen. Seine Seite kann ich auch nur als sehr lohnend und informativ empfehlen.

Also, viel Spaß beim YouTuben und
Handbreit,

Euer Segelmichel

Und wie wird nun das Wetter?

Am letzten Wochenende machten ich und drei weitere Segelkollegen uns auf nach Hamburg. Es sollte ein langes und intensives Wochenende werden. Am Freitag am Morgen ging es los. Meine Kollegen kamen aus Vorarlberg und haben mich daheim aufgelesen. Lustigerweise saßen dann aber drei Deutsche und nur ein Österreicher in dem Wagen. Aber dank einer freizügigen EU können wir unseren Wohnort ja ohne Probleme wählen. Doch das soll von der eigentlichen Geschichte nicht ablenken.

Die Kreuzerabteilung des DSV bietet regelmäßig interessante Seminare an. So auch dieses Wetterseminar. Es sollte in den Räumen des DWD in Hamburg stattfinden. Das Seewetteramt, eine altehrwürdige Institution die in der Geschichte ihres Bestehens nur an einem einzigen Tag, dem 8.Mai 1945, keine Wetteraufzeichnungen gemacht und keinen Wetterbericht herausgegeben hat, war genau die richtige Location für unser Seminar.

Neben uns reisten noch viele Interessierte aus der ganzen Republik an und mit Blick auf die Landungsbrücken und den Hambuger Hafen vergingen die beiden Tage wie im Flug.

Das Highlight war für mich, das eigenhändige Zeichnen von Wetterkarten. Aus Stationsmedungen mit Luftdruck, Temperatur und ggf. Windrichtung und Stärke wird ein Wetterbericht. Plötzlich waren diese Karten nicht einfach nur Linien und kryptische Zeichen auf einem Papier, sondern begannen zu leben, sich zu bewegen. Abschätzen aus welcher Richtung der Wind kommt und vor allem, wie stark er wohl weht, das sind für einen Segler wirklich wichtige Fähigkeiten. Natürlich gibt es das Internet und viele Quellen guter Vorhersagen, aber weit weg von der Küste ist der Segler eben auf Sehen, Schmecken und Fühlen angewiesen. Auf ein inneres Bild des Wettergeschehens, und eben die Fähigkeit auch mit wenig Informationen die Situation besser einschätzen zu können. Es geht ja darum Gefahren zu erkennen und zu vermeiden.

Der Referent, der ehemalige Leiter des Seewetteramtes, machte seine Arbeit wirklich gut. In launiger und kurzweiliger Art und Weise gab er den Stoff zum besten. Zusätzlich hatten wir die Möglichkeit die Seewetter-Warnzentrale zu besichtigen. Dort sitzen an sieben Tagen rund um die Uhr Meteorologen, die das Wetter, die Meldungen und die Ergebnisse der immer wieder neu berechneten Prognosen, der einzelnen Wettermodelle vergleichen und für uns „Konsumenten“ übersetzen. Das Wetter-Fax, der kompakte Bericht für die einzelnen Seegebiete wird dort verfasst und wir können es dann z.B. mit Navtex empfangen. Beim nächten mal, werde ich ein Bild von den Menschen vor Augen haben, die ihn verfasst haben, wenn ich die Zeilen lese.

Zur Belohnung gab es am zweiten Tag noch einen atemberaubenden Blick von der Aussichtsplattform des Gebäudes hinunter zu den Landungsbrücken und über den Hafen.

Hamburg ist natürlich immer eine Reise wert. Es gab für uns Binnenländer viel maritimes zu sehen und zu bestaunen. Die beiden Abende haben wir außerordentlich gut gegessen. Aber vieles wartet noch darauf beim nächsten Besuch erkundet und besichtigt zu werden.

Die Fahrt zurück, bei der wir uns natürlich wieder am Steuer abgewechselt haben, verlief ohne große Störungen. Es war trocken, wenig Verkehr und der besonders nahe und volle Mond brachte zusätzliches Licht auf die herbstlich dunklen Straßen.

Soweit zum Wetter!

Handbreit, Euer Segelmichel

Der Segelsommer geht zu Ende

Die herbstliche Melancholie tritt raumgreifend in den Mittelpunkt. Blätter färben sich in den schönsten und wärmsten Farbtönen um dann schließlich doch zu Boden zu fallen. Zähe Morgennebel halten sich manchmal bis Mittags oder bleiben bleiern als Hochnebel über der Landschaft liegen und lassen Sonne und Himmel nur erahnen. Er ist da, der Herbst. Im Hafen wird ein Boot nach dem anderen aus dem Wasser geholt und in ein kuscheliges Winterlager verbracht. Freie Liegeplätze gibt es jetzt im Überfluss.

Aber Old Lady darf noch ein wenig im Wasser bleiben. Ich hoffe noch auf ein paar schöne Ausfahrten. Zugegeben, die beginnen eher spät, sobald sich der Nebel lichtet, aber die Stimmungen auf dem Wasser sind dafür unbeschreiblich. Ebenso hoffe ich auf ein paar kräftige Herbstwinde, die das Segeln noch einmal so richtig schön werden lassen. EIn paar mal hat es auch geklappt, sowohl mit dem erwünschten kräftigeren Wind, als auch mit goldenen, herbstlichen Sonnenuntergängen.

Die eingefangenen Eindrücke spiegeln es ein wenig wieder. Aber bald wird es wohl auch bei uns so weit sein, Mastlegen, Boot kranen und dann ins Winterlager. Genau das ist bei mir die Ursache für den Blues … Es ist einfach so endgültig.

Aber, um es mit Digger-Hamburg, alias Stephan Boden zu sagen, es sind nur noch … Tage bis Frühlingsanfang.

Ahoi und Handbreit,

Euer Segelmichel

Dem Löwen den Rücken kraulen oder Old Lady hat verholt

Mein Kollege hatte es bereits angedeutet, er braucht seinen Platz in Gohren. Das bedeutete kurzfristig einen neuen Liegeplatz zu finden. Die erste Wahl war Lochau, denn da bin ich „Job-bedingt“ öfters. Aber leider hat das noch nicht geklappt. Dank Florian von Sporer-Yachting bin ich jetzt aber an einem ganz besonderen Ort gelandet. Er hat mir den Kontakt zum Lindauer Hafenmeister hergestellt.

Die Jungs: Andy, George, unser Austauschschüler und Stefan waren mit von der Partie. Leider ging es wegen dem Schlafdefizit der Jungs erst gegen Mittag an den See. Sylvi brachte uns nach Kressbronn und nutzte auf dem Rückweg die günstigeren Benzinpreise in Österreich.

Unser Ziel war Lindau. Der Platz für die Old Lady war noch nicht frei, aber das andere Boot wird wohl auch noch in Kürze verholt werden. Dann liegt sie wieder an einem schönen Schwimmsteg. Ein leichter Wind führte uns Raumschots oder auch im Butterfly gen Lindau.

Die Temperaturen verlangten aber einen intensiven Badestopp. Nach ging es weiter. Dem Umstand geschuldet, dass Andy wieder nach München musste und George natürlich Frankreich im EM-Endspiel verlieren sehen wollte, warfen wir bei Zeiten den Motor an.

Besondere Aufmerksamkeit gilt in Lindau den Kursschiffen der Bodensee-Schiffahrts-Betriebe, eben die weisse Flotte. Und flott kommen sie auch immer aus dem Hafen geschossen, bzw. hinein. In einer Lücke schlüpften wir hinein und machten in einer „fremden“ Box fest. Dabei hatte ich ganz vergessen, dass vorab zu besprechen. Natürlich waren Festmacher und Fender vorbereitet, aber so ganz ohne Instruktionen ging es dann nicht. Da wenig Wind war, hielt uns Stefan mit dem Festmacher am Steg und Andy und ich angelten die Tippleinen und belegten die hinteren Festmacher an den Dalben.

Das beste an diesem Hafen ist allerdings die Verkehrsanbindung. Von Wangen nach Lindau, bzw. von Lindau nach Wangen fährt regelmäßig ein Zug. Die paar Schritte vom Bahnhof zum Steg sind kürzer als sonst vom Parkplatz zum Boot. Ein ganz neues Segelgefühl …

Aber davon später mehr!

Ahoi,
Euer Segelmichel

 

Mal wieder was ganz anderes oder ein Nachtrag

Aus irgend einem Grund scheint es mich besonders im Frühjahr hinaus zu treiben. Genau in der selben Woche habe ich vor einigen Jahren auch die SKS-Prüfung abgelegt. Dieses mal soll es der SSS werden. Mit Florian Sporer und der ganzen Mannschaft ging es nach Portoroz. Von dort aus mit einer Dufour 44 (Jonathan Pink) weiter die istrische Küste entlang. Jetzt im Frühjahr sind nicht so viele Italiener und Österreicher da, wie vergleichsweise zur Saison. Aber an den Flaggen der im Hafen liegenden Boote sieht man, wo z.B. Graz seinen Mittelmeerhafen hat.

Die Übungen waren gut und wichtig. Besonders das intensive Radartraining hat uns Prüflinge sehr gepackt. Am Anfang sieht man einfach nur „einen Topfen“ oder bunte Flecken. Später, mit etwas Übung tun sich dann plötzlich Buchten oder Hafeneinfahrten auf. Man sieht Boote auf einen zukommen oder vorbei fahren. Ebenso wie vieles eine Frage der Übung. Aber nur unter Radar im Nebel, da würde ich vermutlich lieber das Kartenbild überlagern. Das ist wirklich schwierig.

Besonders herausfordernd war die Anlegeübung. Man beachte das auf den Ballfender aufgeklebte rohe Ei. Ziel war es die Tonne zu berühren oder eben fast zu berühren und das Ei sollte ganz bleiben. Mit viel Einsatz und großem Spaß haben sich hier alle ins Zeug gelegt.

Am Ende der Woche konnten wir auf neue gelernte Rettungsmanöver, einige Seemeilen und wieder ordentlich Praxis zurück blicken. Kein Wunder, dass am Ende die Prüflinge (Rafael, Richard und Michael) auch glücklich über die bestandene Praxisprüfung sein konnten.

Diese Diashow benötigt JavaScript.

Wäre die nicht gewesen und hätten wir nicht ganz so viel Trainiert, dann hätte man fast glauben können, wir waren im Urlaub.

Drei Prüflinge, drei Mitfahrer als Crew sowie Ludwig und Florian.
Die Mannschaft mit Ludwig (der kleine Dicke im Vordergrund)

Handbreit, Euer Segelmichel

Es geht weiter und es kommt schlimmer ….

Gestern konnte ich den Kasten für das Schiebeluk entfernen. Entgegen meiner Annahme war er nicht von unten, sondern seitlich an den beiden Leisten befestigt, auf denen das Luk gleitet. Erst nach einer schweißtreibenden Behandlung mit Heißluft und dem Spachtel kamen weitere Schraubenköpfe zum Vorschein. Allerdings auch mehrere rotte Stellen.
Das antike Sikka-Flex wurde im Heißluftstrom auch etwas geschmeidiger und gab letztlich auch die Fuge preis. Nun es kam wie es kommen muss, wenn altes Sperrholz immer nur zugetüncht wird. Mit einem herzzerreißendem Krack blieben Teile des Rahmens auf der Strecke.
Bei genauerem Augenschein aber nicht verwunderlich, einigen Stellen sah man das Alter nun wirklich an. Nach dem Lösen der Schrauben auf den Gleitschienen ließ sich dann auch das Luk elegant aus der Führungsschiene lösen. Dem Luk fehlt Gott sei Dank nichts. Außer natürlich einer Auffrischung des Lacks. Von der Substanz her ist es vollkommen in Takt.

So, was sollte ich noch mit dem angebrochenen Nachmittag anfangen. Ich wollte die Isolierung und die Deckenverkleidung in der Kajüte wieder anbringen. Aber das entwickelte sich schnell zum Kampf „Mann gegen (störrisches) Boot“. Mit Spencer Tracy als „alter Mann“ und das Meer will ich mich einmal Altersmäßig und auch sonst nicht vergleichen. Es dauerte bis ich endlich gelernt hatte auf was es ankommt, diese Teile wieder in Position zu bringen. Allerdings hat der Bootsbauer, in weiser Voraussicht, alle Teile ordentlich beschriftet. Schön nummeriert und nach Backbord und Steuerbord getrennt.

Das Arbeiten über Kopf auf engem Raum ist auch nicht so richtig meins. Im Sitzen komme ich nicht an die Decke und um Stehen bin ich etwas zu Groß und muss mich klein machen. Da fallen einem irgend wann doch mal die Arme runter und ein weiterer der ungezählten Seufzer kommt einem über die Lippen.

Aber, am Ende wird bekanntlich alles gut. Und so auch dieses Mal. Zufrieden klappe ich die Plane über den an der „Decke“ abgehängten Mast und schütze den Niedegang und das offen stehende Dach ohne Luk, vor dem Dreck, den die Katzen und der Wind manchmal vom Scheunenboden nach unten schicken. Der Hof und der Stadel, wie man hier im Allgäu sagt, sind sicher jünger als mein Boot, aber das Boot ist deutlich sauberer. Das Boot befindet sich ja fast im berühmten stillen Winkel, den jeder Hof im Allgäu hat. Hier wird alles gesammelt, was der Bauer nicht wegwerfen will und vielleicht irgend wann nochmals brauchen kann. Aus diesem Grund sammeln sich auch Spinnweben, Staub und sonstiges. Bis mal wieder einer dran stößt oder eine Katze auf leisen Pfoten auf Mäusejagd geht. Dann rieselt eben nicht der Schnee, sondern neben Tannennadeln auch Staub und Dreck. Die Technik mit den Planen muss ich dann beim Lackieren wohl noch einwenig verbessern. Aber das wird wohl noch dauern. Schon der Temperaturen wegen.

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Wenn wir jetzt noch Hanfsamen säen …

Gestern habe ich noch angefangen den Aufbau auf dem Deckshaus zu entfernen. Anfangs war ich noch ganz euphorisch, als ich die Deckenverkleidung und dann die Schrauben, die den Aufbau von unten durch das Kajütdach hielten, entfernen konnte.

Allerdings ließ sich das Ding leider nicht so ohne weiteres entfernen. Von außen wurde es durch eine hartnäckige Sikka-Flex-Fuge gehalten. Aber warum konnte ich es weder anheben, noch entfernen?

Es sind auf geheimnisvolle Weise noch Schrauben von unten, durch die Lukengarage gedreht worden. Ich habe aber aktuell keinen Schimmer, wie ich dort hin gelangen soll, ohne dieses Schubfach zu demontieren oder gar zu zerstören.

Vermutlich muss ich es sowieso entfernen, denn das Dach vom Deckshaus möchte ich ja neu lackieren und ggf. das Schubfach (in Klarlack) neue erstrahlen lassen.

Ja und bei den kläglichen Versuchen den Aufbau anzuheben, gab dann ein Teil der unteren Leiste nach. Die war unter dem schlechten Lack allerdings schon „rott“, hatte so ziemlich die Vorstufe von Humus erreicht. Wenn ich also ein paar Hanfsamen zur Hand gehabt hätte, wäre mir wohl ein neues Segel gewachsen.

Der Plan ist nun, die restliche Deckenverkleidung zu entfernen, die dann hoffentlich vorhandenen Schrauben zu entfernen und das Schubfach samt Schiebeluke und und Aufbau ohne weitere Schäden zu entfernen.

Ich werde Euch berichten, wie es geklappt hat.

Handbreit!

Euer Segelmichel